Stahlguss

26. November 2012 um 13:58
Hallo leute ich hab mir gestern die Frage gestellt warum Stahl beim gießen nicht verbrennt?
(nein ich hab nicht vor Stahl zu gießen)




schon mal danke für die antworten an alle
Mit Bienlichen Grüßen Michi und   Stück davon
Vor ausgewogener Ernährung unerreichbar aufbewahren, kein Ersatz für Kinder. Oder anders herum??????
26. November 2012 um 19:23
weil keine luft zum verbrennen da ist
26. November 2012 um 20:58
weil keine luft zum verbrennen da ist

Zumindest beim Abstich fliegen doch schon ziemlich viele Sternchen.....
26. November 2012 um 21:16
Hallo Michi.

Tatsächlich fließt das flüssige Gusseisen aus dem Tiegel  in die mit Formsand ausgekleidete Kästen, resp. offene Formen. Das flüssige Gusseisen kommt tatsächlich mit Umgebungsluft kurzzeitig in Kontakt. 
Dabei kommt es zu einem Abbrand von 2-3 %

Es verbrennt also tatsächlich Eisen. Dies ist aber nicht von bedeutung, weil mal "gewagt" ausgedrückt die Oberfläche der Strahles kleiner ist als der Volumen desselben. Das verbrannte Eisen schwimmt in form von Schlacke auf dem Guß, resp. steigt durch in der Gußform angelegte Kanäle auf und verunreinigt den eigendlichen Guß nicht.

Ich hoffe dass ich deine Frage beantwortet habe.

Da gibt es allerdings noch etwas anderes, was ich kurz anschneiden möchte. Es geht ums Frischen. Beim Frischen, wird das flüssige Roheisen, in einen großen Topf (Bessemerbirne) gefüllt. Dieser Topf hat in seinem Boden Löcher. Das Roheisen ist eigendlich Eisen welches zwischen 2-5% Kohlenstoff in sich hat, und ist somit weder Walz noch Schmiedbar. Der Kohlenstoff muss also raus. Das passiert indem man durch die Löcher im Boden des Topfes Sauerstoff blässt . Durch den eingeblasenen Sauerstoff heizt sich das Roheisen so richtig auf, sprudelt und der Kohlenstoff verbrennt. Es zeigt sich über dem Topf einen spektakuläre Funkensäule.
Anhand der Farbe dieser Funkensäule (rot) weiss man wann kein Kohlenstoff mehr im Roheisen ist und das Eisen anfängt zu verbrennen. Man hört auf mit blasen. 
Das ganze beruht auf der Tatsache weil Kohlenstoff eher ein "Date" mit dem Sauerstoff eingeht als das Eisen.
Anschliessend legiert man die gewünschten Elemente dem Eisenbad wieder zu.

Gruß Rom.
 
26. November 2012 um 21:46
Aha, na jetzt ist meine Neugier wieder für ein paar Stunden gestillt.
Danke an euch alle
(das wusste mein Physiklehrer auch nicht)


Mit Bienlichen Grüßen Michi         und Stück davon
Vor ausgewogener Ernährung unerreichbar aufbewahren, kein Ersatz für Kinder. Oder anders herum??????
Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012 um 15:34
27. November 2012 um 07:02
Hi Rom

Sehr detailierte Antwort. So weit ist mir das alles klar, aber was mich interessieren würde, wie wird der gewünschte Kohlenstoffgehalt eingestellt. Andere Legierungsbestandteile sind klar, Überprüfung geht ja auch recht schnell über Röntgenfluoreszentsspektroskopie.
1.: Wie wird der Kohlenstoff zugegeben, in reiner, fester Form oder ist der bereits vorlegiert?
2.: Wie erfolgt die Einhaltung der Spezifikation, über das Gewicht der gesamten Charge oder wird da noch analysiert, bevor abgestochen wird. Die C-Analyse (genau) ist meines wissens recht aufwändig.

Viele Grüße
Flo
Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012 um 10:16, Florian Mayr
27. November 2012 um 08:18
servus 1erschmied.
lies da mal nach, da erfährsd du alles über das LD verfahren. Danach weren heute 60% der Weltweiten Stahlproduktion gefahren.http://www.voestalpine.com/group/de/konzern/engagement/kultur/ld-60.html

lg

Walter
27. November 2012 um 16:41
Hi Walter  Ich weis zwar nicht warum aber ich kann den Link nicht offnen aber flt. kannst das noch mal verlinken oder mir nur den link kopiren?



Mit Bienlichen Grüsen Michi      und Stück davon
Vor ausgewogener Ernährung unerreichbar aufbewahren, kein Ersatz für Kinder. Oder anders herum??????
Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012 um 22:21, Michi
27. November 2012 um 18:06
Ja der Link ist verwurstet, aber kopier die adresse einfach in deine browserzeile oder google mal eben schnell.
27. November 2012 um 18:33
Ahhhhh das geht also auch (bin am Laptop eine Vollnull ) ja das ist ganz intressant.
 
Hi Rom was meinst mit resp.?

Mit Bienlichen Grüßen Michi        und Stück davon
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Zuletzt bearbeitet: 28. November 2012 um 15:46
27. November 2012 um 20:24
resp. ist die Abkürzung für Respektiv. Man könnte es mit...oder für...oder in....oder irgendwas, (keine Ahnung Deutsch ist für mich eine Fremdsprache )......übersetzen. 


 Tatsächlich fließt das flüssige Gusseisen aus dem Tiegel in die mit Formsand ausgekleidete Kästen, resp. offene Formen.

sagen wir mal für dich :, dass das flüssige Gusseisen aus dem Tiegel in die mit Formsand ausgekleidete Kästen , oder in offene Formen fließt. Ok?

Ich glaube wir müssen uns mal unterhalten. Schreib mir doch mal bitte deine E mail Adresse!

Gruß Rom.
Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012 um 20:27
1. Dezember 2012 um 14:36
Flo78 ich bin dir noch eine Antwort schuldig. Du willst wissen wie der Kohlenstoffgehalt eingestellt wird. 

Ich weiss zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht genau wie man das bei modernen Hochöfen macht.

Ich weiss aber wie es in den letzten Jahrzehnten gemacht wurde, also zur Zeit als ich mich noch als junger Schlosser in dem"Dunstbereich" dieser für mich mystischen Tätigkeit bewegte. Diese Typen die sogenannten Blasemeister, waren in meinen Augen wahre Zauber, Leute die einem auf Fragen mit verwunderten Blicken antworteten, wenn s hochkam mit einem Lächeln. Es ist mittlerweilen 30 Jahre her, und ich bin mir immer noch sicher dass alles was man lernt, bei weitem nicht ausreicht um in verschiedenen Dingen ein Meister zu sein.

Jedenfalls ist es die Kunst des Blasemeisters , nach dem Blasegeräuch, dem Aussehen der Konverterflamme und Zeitmessung den richtigen Zeitpunkt hierfür zu finden, an Hand der Stahlkaltbruchprobe, dem Aussehen der Schlacke und der geschätzten Temperatur sich ein Bild über die Eigenschaften der Charge zu verschaffen und diese nötigenfalls noch zu verbessern, zb. durch nochmaliges Durchblasen, durch Nachsetzen von Schrott, der die Temperatur drückt(herabsetzt?) oder durch nachsetzen von Kalk, der außerdem die Schlackenzusammensetzung verändert.

Diese Prozeduren dauern je nach Konvertergrössen zwischen 15 und 30 min. Der Chemische Ablauf zwischen Sauerstoff und dem flüssigen Roheisen kann man als Dramatisch beschreiben. Die Flamme, das Erruptive hinausschleudern von Funken, Eisen und Schlacke ist Spektakulär. Die Farbe der Flamme ändert sich sehr schnell und die Farben variieren stark, ebenso die Geräuche. Ich kann euch nur anraten, euch mal eine Führung zu einer Bessemer Birne zu Organisieren, es lohnt sich. Herr der Ringe ist kalter Kaffee dagegen Der Blasemeister, hört und sieht anhand dieser Komposition in zehntelprozenten wo er mit dem Kohlenstoff dran ist, es ist Kunsthandwerk vom allerfeinsten.......und niemand weiss es.

Gruß Rom.

Zuletzt bearbeitet: 1. Dezember 2012 um 14:37
2. Dezember 2012 um 09:28
Rom hat das Sauerstoffblasverfahren ja wunderschön beschrieben. Es wird Sauerstoff ins Schmelzbad geblasen, der den Kohlenstoff verbrennt. So wird das eingestellt. Wird auch heute noch so gemacht.

 
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3. Dezember 2012 um 09:37
Danke schon mal für die Antworten.
So viel ich weiß hatte Jacob Mayer damals die gleichen Probleme, den Kohlenrstoff richtig einzustellen. Er bekam dann wohl den Tip, erst komplett zu entkohlen um dann wieder den gewünschten C-Gehalt zuzulegieren. Das hat dann damals wohl geklappt.
Aber wenn man das mittlerweile (sind ja 150 Jahre vergangen) so einstellen kann, bietet sich das natürlich an, bei einem Gewünschten C-Gehalt mit dem Frischen aufzuhören.

LG
Flo
Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2012 um 09:37, Florian Mayr