Schlangenlinien als Damast

9. März 2013 um 14:41
Hallo zusammen,

hier mal ein kurzer Versuch von mir und das Ergebnis.
In diesem Video (etwa ab 5min) habe ich diese Technick gesehn und habe sie probehalber mal nachvollzogen um sie dann später an komplizierteren Stücken anzuwenden.

Anders als im Video habe ich zwei Vierkantstäbe (8x8mm) aus Blattfederstahl, einen Vierkantstab (8x8mm) aus C45 und zwei flache Stücke aus C45 genommen (8x15mm). Die flachen Stücke habe ich nach der Schweißung dann wie im Video wechselseitig eingeschnitten und das Paket wieder grade geschmiedet.

Hier das Ergebnis:

CIMG0787.jpg

Und nochmal von der Stirnseite:

CIMG0784.jpg

Ich finde diese Technik sehr interessant, da man hier auf eine andere Art ein Muster erzeugt als sonst.
Statt der Vierkantstäbe kann man ähnlich wie im Video jegliche Art von Damast reinpacken und bestimmt optisch sehr interessante ergebnisse erzielen.

Was denkt ihr?

Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
9. März 2013 um 16:34
Mann Willi, spitzenmässig, was soll man sonst dazu sagen :)
9. März 2013 um 17:02
Hi Willi, wie immer meinen allergrößten Resekt. Hab mir das Video nicht angesehen, aber ich vermute das ist das Video von dem Französischen Schwertschmied. Das Ergebnis ist sehr schön, aber meiner persönlichen Meinung nach wie bei so vielen Damastmustern Materialverschwendung. 'Mir gefällt die Metode die Pit bei seinem Frauenhaardamast anwendet viel besser. Muss dann aber auch viel hochlagiger sein. Aber wie gesagt nur meine persönliche Meinung und nicht so wichtig.
9. März 2013 um 22:39
Hallo Kollegen.
Ja schon super gemacht Willi. Aber einen Lagendamsat in Wellenform zu Schmiede "wie Kleus schon sagte" ist auch eine möglichkeit. Aber einem Zahndamast zu schmieden ist dagegen etwas aufwendiger.
Schmiede mal zwei verschiedene Zackenleisten und verschweiße diese mit einander!





Dann wird es echt schwirig.

Gruß der pit03.
Zuletzt bearbeitet: 9. März 2013 um 22:42, Peter Broich
10. März 2013 um 11:36
Hab mir das jetzt nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich glaube du hast recht Willi. Auf diese Art könnte man wirklich tolle Muster erzeugen die anders nicht möglich wären. Zum Beispiel wenn mann eine 3 Lagen Kombi verwendet bei der die Mittellage ein niedriglagiger Torsionsdamast ist. So würde sich im extremfall das Sternenmuster durch die Klinge schlängeln. Leider bleibt als Ergebnis wirklich nur 1/4 Material übrig .
10. März 2013 um 11:49
Macht man auch so bei geschwungenem Federndamast.
Grüße Peter
meine Homepage

Einfach nur schön das Schmiedeleben



10. März 2013 um 12:36
@Klaus:
Hast du das Video mal geguckt? Es ist nicht der Franzose, sondern wie ich das sehe ein Amerikaner.
Guck es dir mal an. Es lohnt sich!

Wie ich bereits sagte kann man statt der Vierkantstäbe die ich aufeinander gestapelt habe jegliche Art von Damast nehmen.
Bei meinem Probestück war mir ein Stab in der Mitte, der sich dann schlängelt, zu langweilig. Deshalb habe ich die drei Stäbe in die Mitte genommen.

Zum Materialverlust sagt er auch im Video was.
Ich sehe das aber nicht so kritisch, da man vom Kernmaterial aus Torosionsdamast, Lagendamast oder wie bei mir ein paar Stäben, nichts wegschneidet.
Der Kern ist eingefasst von zwei Monostahlstücken aus denen man dann wechselseitig kleine Dreiecke rausschneidet. Damastmaterial geht insofern nicht wirklich verloren.

Die Methode von Pit finde ich auch interessant! Werde sie auf jeden Fall mal ausprobieren und dann hier berichten!

Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
10. März 2013 um 13:32
Hab jetzt noch mal gekuckt. Es ist das Video das ich meinte. Interessant ist das Video wirklich, für mich vor allem das Gerät mit dem er Tordiert.
10. März 2013 um 15:40
Moin,
Niels ist Deutscher, lebt aber in den USA. Wenn jemand Fragen hat, sprecht ihn ruhig an, ist 'n ganz netter.

Gruß,
Timm
10. März 2013 um 23:06
Hallo zusammen,

ich habs direkt mal gemacht!!
Dieses Messer ist in meiner heutigen Mittags-Lernpause entstanden.
(Sonntags schmieden ist ein ziemlicher Luxus ich weiß!!)

Ich habe beide Hälften mit Hilfe meines rechtwinkligen Setzblocks fürs Ambossloch mit Zacken versehen. Die Schwierigkeit war es die Zacken auch spitz zu schmieden und vor allem alle im etwa gleichen Abstand und gleicher Größe. Dennoch nichts was ich nicht hinkriegen würde...
Auch wenn die eckigen und graden Formen auf dem Bild ein wenig danach aussehen habe ich die Zacken wirklich geschmiedet und nicht gefeilt oder ähnliches.

Bei Schweißen hat alles gut geklappt. Mit genügend Druck und gelegentlichem flach Schmieden (seitlich auf die Schweißaht schlagen) verbinden sich die Zackenleisten relativ gut, auch wenn sie nicht hundertprozentig ineinander greifen.

Hier ein Bild. Bitte berücksichtigen dass es nur ein Grobschliff ist um mal zu gucken wie´s aussieht. Wenn ich die Klinge fertig gefinished hab dann stell ichs hier rein.

CIMG0803.jpg


Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
11. März 2013 um 06:17
Dies hier als kleinen Ausflug in ein Nebenthema...

Beim Aufstählen / Verstählen von Werkzeug beschreibt M. Metzger eine ähnliche Technik. Er haut mit dem Meißel Zacken in den Stahl der auf den weicheren Stahl aufgeschweißt werden soll.... das an sich hat noch wenig mit dem Zackendamast zu tun. Ich hab allerdings mal stumpf eine Feile an einen Baustahl geschmiedet, wie sie war, mit dem groben Hieb noch dran, und nachher konnte man das im Schliffbild sehr gut sehen.. also die Feilenhiebe die sich in den weicheren Stahl gegraben haben.  Sa ganz nett aus, fand ich.
Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.
11. März 2013 um 16:21
Mensch Willi, das was du hier so eben in der Mittagspause hinzauberst treibt andere Wochenlang zur Verzweiflung. Wirklich sehr beeindruckend in welchem Affenzahn deine Entwicklung vorangeht. Kommst du aufs Forumstreffen zum Bremecker Hammer? Wäre mir echt eine Ehre dich mal persönlich kennenzulernen.
Zuletzt bearbeitet: 11. März 2013 um 16:23
11. März 2013 um 17:23
@Klaus:
Danke danke!
Ich bin ja der Meinung das beste am Abi sind die Lernpausen
Den Kopf zwischen der ganzen Büffelei mal leer zu kriegen tut gut und das funktioniert bei mir mit Schmieden hervorragend. Gut Kopf frei ist vielleicht falsch gesagt, eher voll mit was anderem...
Ich hab soooo viele Ideen und entdecke so viele neue Dinge und Möglichkeiten bevor ich eine Sache zuende gebracht habe.

Hinzu kommt natürlich der absolute Luxus dass ich die Schmiede direkt bei mir zuhause hab und keine direkten Nachbarn habe. Also Schmieden wann immer ich will!!!

Zum Bremecker Hammer komme ich auf jeden Fall!!

@Hacheschmied:
Das mit der Feile versteh ich nicht so ganz.
Die Feile auf einen Baustahl geschweißt und diesen dann solange abgeschliffen bis Teile der Feile wieder zum Vorschein kommen oder wie muss ich mir das vorstellen?

Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
11. März 2013 um 18:24
Bei einer 3 Lagenklinge schleift man an der Schneide durch die Decklage bis in die Mitte der Schneidlage. Am Übergang Schneidlage/Decklage kommt der Hieb zum Vorschein.
11. März 2013 um 19:39
Hi Willi.
Genau so meine ich das! Ist wie du auch bemerktest schon etwas schwiriger. Wenn du nun oben und unten mit verschiedenen Damastmustern spielst kommen da recht schöne Muster raus.

Der pit03.