Insgesamt ist das Projekt erst einmal gescheitert, ist aber womöglich noch zu retten.
Das Härten hat ganz gut geklappt, nur minimaler Verzug, nicht weiter wild für ein Arbeitsgerät. Nach dem Härten habe ich die Unterseite blank geschliffen und das ganze am dickeren Rücken des Sensenblattes mit dem Gasbrenner erwärmt. Langsam und vorsichtig. Als Ergebnis bekam ich ein blaues Sensenblatt. Das Anlassen ist geglückt, das Blatt war flexibel und federnd, dabei aber wirklich hundsgemein zäh. Beim Dengeln konnte ich kaum etwas ausrichten, hätte tatsächlich etwa 2 Stunden gedauert von 1mm Stärke auf Schnittschärfe zu kommen. Ich habe dann doch gepfuscht und geschliffen, da das ganze von der Form her nicht perfekt geworden ist.
Nachdem es recht scharf war habe ich das Blatt am Worb befestiigt und alles ausprobiert. Und hier zeigte sich das Problem: Obwohl die Sense eigentlich zu kurz war, tat sie ihr Werk und schnitt das Gras. Nicht perfekt, aber das war wohl eher eine Mischung aus falscher Technik, falscher Blattform und schlechtem Dangel. Aber, die Sense verbog sich an der Hamme. Diese habe ich aus Angst vor Bruch nicht gehärtet, und anscheinend sind die 3mm nicht stark genug. Beizeiten will ich versuchen noch einmal zu härten, und dann auch die Hamme miteinbeziehen.
Auf jeden fall werde ich das nächste Sensenblatt, das länger und stärker gekrümmt sein soll nicht in der esse härten können, dafür ist die Esse zu klein vom Innenraum her. Es ist sogar zu bezweifeln ob ich insgesamt meine Messermacher-Gasesse dafür verwenden kann. Dieses wenig gebogene Blatt ist von der Breite und Krümmung her das absolute Maximum in der typischen Propanflaschen-Esse, aber die ist ja auch für Klingen gemacht, nicht für Sensen.

Rein vom handwerklichen bin ich aber zufrieden. Es ist nur ein Übungsstück und ich bin immer noch blutigster Anfänger, aber in 4 Stunden habe ich mit meinem selbstgebauten Federhammer erfolgreich aus einer Scheibe C60 Welle dieses Sensenblatt geschmiedet, gehärtet und angelassen. Ich wollte vorallem einen halbrunden Gesenkaufsatz zum Ausrecken ausprobieren, insbesondere ob er sich zum partiellen Ausdünnen eignet, wie eben bei einem Sensenblatt.