Im kommenden Februar sollte ich dann aber tatsächlich fertig sein…so Gott will. Wenn der Opa Jäger ist/war, dann heißt es relativ früh: „Der Bub braucht ein gescheites Messer!“. Da helfen dann auch die Einwände der Mutter nichts, dann bekommt der Bub ein gescheites Messer
So kam es, dass ich, eigentlich seit ich denken kann, bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit, ein Taschenmesser in der Tasche hatte. Irgendwann hatte ich die „fixe“ Idee, dass ich mir selbst ein Messer machen möchte. Stock Removal fand ich "Beschiss", weshalb ich mich mal unverbindlich am Amboss versuchen wollte. Für meine ersten Schmiedeversuche suchte ich einen Schmied in der Nachbarortschaft auf, der allerdings nicht so wirklich Lust hatte mir etwas zu zeigen und am Ende des Tages auch noch ordentlich Geld haben wollte. Der Tag war in „sozialer Hinsicht“ und lerntechnisch zwar nicht gerade ein Volltreffer, aber zumindest wusste ich danach, dass glühender Stahl EINFACH GEIL ist
. Daraufhin fasste ich den Entschluss, dass etwas Eigenes her musste! Das hat mich zwar einige Zeit gekostet, aber mittlerweile habe ich eine Grundausstattung zusammen.Schon im Kindergarten hatte ich einen eigenen Werkzeugkasten und durfte in Opas Küche an seinem heißgeliebten Küchentisch meine ersten Versuche mit der Laubsäge unternehmen. Mit zwölf hatte ich dann meinen ersten Dremel usw. Eigentlich habe ich schon immer gerne mit den Händen gearbeitet, was mein momentanes Studium eigentlich nicht vermuten lässt. Gerade deshalb ist ein Tag in der Schmiede ein grandioser Ausgleich für einen Bürostuhlakrobaten wie mich
Man kommt in der Schmiede an, schaut aus Gewohnheit auf die Uhr und fängt an zu werkeln. Schaut man dann ne gefühlte halbe Stunde später nochmal drauf, sind dann aber schon wieder fünf Stunden vergangen. Die praktische Arbeit mit den Händen und dem Erfolgserlebnis danach, wenn man sein Werk betrachtet, ist das, was mir die meiste Freude bereitet. In der Zwischenzeit vergisst man alles um sich herum.Für einen Theoretiker wie mich ein traumhafter Ausgleich! Ich bin zwar noch blutiger Anfänger, was ihr primär an den dämlichen Fragen bemerken werdet und weil ich zu praktischen Problemem nicht sonderlich viel beitragen kann, aber ich denke mal das gibt sich von ganz alleine

Zu meiner ursprünglichen Beheisterung für's Schmieden kommt hinzu, dass Schmiede allgemein ein extrem sympathisches Völkchen sind…die meisten jedenfalls. Sie sind unkompliziert, hilfsbereit, „etwas abgedreht“ (im positiven Sinne
) und trotz teilweiser Genialität absolut auf dem Boden geblieben. Seit ich mich mit dem Thema beschäftige haben sich so schon ein paar sehr nette Bekanntschaften/ gute Freundschaften ergeben. An der Stelle, stellvertretend an euch, ein dickes DANKE!
Die Vorstellung war zwar etwas länger als geplant, aber ich hoffe ihr seht es mir nach

Grüße AN.BAR/ Dominic
PS: Mein Forenname hat nichts mit meinem Vor-oder Nachnamen zu tun, sondern leitet sich vom ältesten (bekannten) Namen für Eisen ab und besteht aus den bildschriftlichen Zeichen für Himmel und für Feuer. Der Name rührt daher, dass anfangs, bevor die Menschen lernten das Eisen aus den Erzen zu gewinnen, lediglich meteoritisches Eisen Verwendung fand…Ich habe den Namen in meiner letzten Urlaubslektüre „Schmiede und Alchemisten“ entdeckt und fand ihn irgendwie passend für ein Schmiedeforum

