In den Wintermonaten war ich aktiv um die Konstruktion eines neuen Blasebalges bemüht. Zwar habe ich mit meinem motorbetrieben Kastengebläse gute Erfolge erzielt, wirklich "römisch" ist das ganze aber natürlich nicht.
Einzig als sicher anzunehmen ist nämlich nur die Belüftung von Öfen mit Balsebälgen aus Ziegenbälgen (welch Pleonasmus^^). Diese Gebläse sind quasi nur modifizierte, "entkernte" Ziegen, wo der Hals als Luftauslass und der Allerwerteste als Lufteinlass fungiert. Mit zwei davon kann, bei entsprechender Übung, ein konstanter Luftstrom erzeugt werden.
Da ich jetzt gut abschätzen kann, wieviel Luft mein Rennfeuerofen braucht um gut zu laufen, war mir noch unklar, ob diese Luftmenge mit einem solchen Blasebalgtyp überhaupt machbar ist/war, da Mutter Natur die Größe von Ziegen bekanntermaßen begrenzt hat.
Da ich leider keine echten Ziegenbälge bekommen konnte, habe ich diese aus zwei möglichst "unbeschnittenen"
Ziegenlederhäuten durch das Zusammenähen an den Längsseiten improvisiert. Zusammen mit meinen Erfahrungen beim Bau einiger Vorgänger-Modelle konnte ich dann tatsächlich ein zufriedenstellendes Gebläse mit rund 450 L/min an Luftleistung erhalten. Dies entspricht dem Wert, welches ich auch bei meinem Kastengebläse auf mittlerer Stufe erziele. Damit konnte ich Oberndorf 2012 ja in 2,5 Stunden 15 kg Erz durchsetzen und eine schöne 3,3 kg Luppe erhalten.Mal sehen, wann ich dazu komme, die Teile in der Praxis auszutesten. Video hier.

