Ab nach Amerika damit!

3. Mai 2014 um 13:32
Hallo Kollegen,

letzte Woche hatte ich einen sehr netten und hilfsbereiten Gast aus den Niederlanden in meiner Schmiede und das hatte ich vorher auf Facebook angekündigt, worauf mich einige Anfragen erreichten von Leuten, die gerne Werkzeuge von mir geschmiedet haben wollten. Nachdem ich ihnen mitgeteilt habe, was man für komplett handgeschmiedetes Werkzeug bezahlen muss blieben am Ende nur noch zwei Aufträge für Rounding Hämmer übrig.

Dieser hier ging zu einem Kunden nach North Carolina:

Der Kopf ist aus C45 geschmiedet und der Griff ist aus einem Robinienkantel gearbeitet, geschwärzt und geölt. Kopfgewicht ca. 1,5kg (Gesamtgewicht mit Griff 1728g):










Hier könnt ihr sehen, wie schön die Härtung geklappt hat, der Hammer springt sehr schön zurück! http://youtu.be/nwxWH2j0HYM


Liebe Grüße, euer
- Daniel
Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2014 um 13:10, Daniel Lea
3. Mai 2014 um 17:09
Hi Daniel,
ein sehr schöner Hammer und auch sehr schöne Fotos.

Grüße

Jörg
3. Mai 2014 um 17:49
Danke Jörg :) War auch ne Menge Arbeit! 
3. Mai 2014 um 18:44
Schöne Arbeit

Damit arbeitet man doch gerne!
3. Mai 2014 um 19:29
Und was ist unplastisches Schmieden???
3. Mai 2014 um 19:34
Wenn du zum Beispiel das Material so wie es aus der Stahlfabrik kommst nur biegst und verbindest, ohne den Stahl wirklich in seiner Querschnittsform zu verändern. Dazu brauchst du keine speziellen Hämmer... ich meine mit plastischem Schmieden den Stahl unter Einsatz verschiedener Werzkeuge wie Hammer, Amboss und Gesenke zu bewegen und zu verformen sodass du mit etwas endest, dass mit dem Flachstahl, Rundtahl, Vierkantstahl, was auch immer optisch nichts mehr zu tun hat. So zum Beispiel:

 
3. Mai 2014 um 20:59
Sehr schöner Hammer und toll in Szene gesetzt.
Worldwideforgingspezialexpertsfotospecialist

Eine neue Berufsbezeichnung.
Lehrling ist Jedermann, Geselle ist, wer was kann, Meister ist, wer etwas ersann
4. Mai 2014 um 00:08
Das Rad wurde neu erfunden!

4. Mai 2014 um 01:03
Also ich verstehe es nicht so ganz.

Meine gelernte Definition von Plastizität:
Stahl ist ein plastischer Werkstoff. Plastizität ist eine Werkstoffeigenschaft, nach erfolgter Belastung und anschließender Entlastung nicht in seinen Ursprungszustand zurückzukehren. Die Verformungen sind bleibend bzw. irreversibel.

Demnach ist für mich jede Verformung am Stahl eine plastische Verformung/Formänderung, selbst wenn es nur gebogen wird.
Das Werkzeug spielt meiner Meinung nach dabei keine Rolle, sondern nur die eingebrachte Kraft und die (eventuell) daraus resultierende Verformung.

Mir ist schon klar, was du meinst und ich verstehe es auch absolut, aber nicht so wirklich wieso beim Schmieden jetzt andere Gesetze/Begrifflichkeiten gelten sollen, als in der Physik.

Viele Grüße!
  Nils
Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2014 um 01:17, Nils
4. Mai 2014 um 01:35
Ich habe lediglich dem einen Namen gegeben, was ich versuchen wollte auszudrücken. Die Form des gestauchten Balles erlaubt es einem Stahl auf vielerlei Wiese sehr präzise in alle möglichen Richtungen zu bewegen. Und zwar auf eine Weise, wie es mit dem traditionellen Schlosserhammer so nicht ohne Weiteres geht. Und damit sage ich NICHT, dass es nicht andere Hammerformen gibt, die das nicht auch erlauben. Die meisten alten Schmiede haben ein Potpourri von hunderten Hämmern für alle erdenklichen Anwendungen und sicherlich auch so welche, die so eine Schlagfläche aufweisen. Ob die nun Rounding Hammer oder wie auch immer heißen ist doch dabei völlig irrelevant. Genauso wie es irrelevant ist inwieweit man jetzt plastisches Schmieden oder was auch immer definiert. Es geht mir hier um den Stahl und das Schmieden und nicht irgendwelche begrifflichen Förmeleien.

Und Olli, was deine ständigen abwertenden Bemerkungen unter meinen Beiträgen betrifft frage ich mich wirklich, was du damit bezwecken willst. Ich bin reif genug, um konstruktive Kritik zu erkennen und damit richtig umzugehen. Aber bei dem, was du schreibst kein ich keine solche erkennen. Vorweg ich habe großen Respekt vor allen Schmieden, die mit diesem Handwerk hauptberuflich ihr Geld verdienen, was du ja selbst tust. Jedoch komme ich nicht umher diesen Respekt vor die gänzlich zu verlieren. Die Tatsache, dass du davon sprichst das Rad würde neu erfunden zeugt für mich davon, dass du nicht sehr viel herum gekommen bist. Sonst wüsstest du sicherlich, dass es sich dabei um keine von mir, oder von Brian Brazeal oder sonst wem neu erfundene Hammerform handelt, ebenso, dass wir das auch nicht behaupten, oder jemals behauptet haben. Für mich wirkst du eher wie jemand, dem von einem überautoritärem Meister genau dessen Meinung eingeprügelt wurde und daher seitdem mit Scheuklappen durch die Welt rennt und alles andere, was ihm dennoch vor die Augen kommt aus Furcht attackiert. Anders kann ich es mir nicht erklären, weshalb du es nicht lassen kannst verletzende und völlig unqualifizierte Dinge über das abzulassen, worauf ich in meiner Freizeit alle meine geistigen und körperlichen Kräfte richte. Ich habe mich beherrscht unter dem Abschrot Beitrag nicht mehr weiter zu antworten und es ist meine Zeit und Kraft wirklich nicht wert darauf jetzt nochmal einzugehen.

Ich finde es wirklich schade, dass solche von Abscheu erfüllten Tiraden immer wieder die Stimmung in den Threads hier kaputt machen müssen und für Zerwürfnisse sorgen. So wie deine nun hier meinen Beitrag auf immer beschmutzen werden, der nun wirklich nicht darauf gerichtet war, irgendjemandem auf die Füße zu treten. Lass dir nur eines sagen: Wenn jeder so gedacht hätte wie du dann gäbe es so etwas wie das Schmiedehandwerk erst gar nicht. Dann gäbe es überhaupt kein Handwerk.
Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2014 um 01:38, Daniel Lea
4. Mai 2014 um 12:02
Ich finde es immer wieder lustig was Du uns hier so bietest... Erst werden Fachbegriffe geschaffen und plötzlich sind sie unwichtig... Der Roundinghammer und was damit alles geht ist mir dabei vollkommen gleichgültig. Und Du solltest lernen zwischen Kritik an der Sache und Kritik an Personen zu unterscheiden... Weil die Kritik meinerseits bezieht sich hier im Forum immer auf die Sache... Nie auf einen Menschen! Ich bin kein Richter! Und ich urteile über niemanden den ich nicht kenne.

Vor allem wenns um "Fachbeiträge" geht gehört halt mal Fachsprache dazu. Und wenn man sich selbst Master nennt und/oder nennen lässt sollte auch ein gewisses Niveau erwartet werden dürfen!
für das plastische Schmieden modifizierte Hufschmiedehämmer
Hm... Es ist doch ein Huf-SCHMIEDEHAMMER...Also ist er zum schmieden gemacht wozu modifiziert man ihn dann? Aus der vielzahl der Schmiedoperationen und Umformmöglichkeiten ergeben sich halt für gewisse Umformprozesse spezielle Hammerformen... So wie halt der Hufschmiedehammer. Also ist der Hufschmiedehammer doch wohl eine Modifikation die sich am Prozess und oder Werkstück orientiert?!
Der Hufhammer dient ja zum Nägel einschlagen oder ziehen. Den könnte man zum Schmieden modifizieren...

Hier könnt ihr sehen, wie schön die Vergütung geklappt hat, der Hammer springt sehr schön zurück!

Hämmer bzw. Hammerbahnen werden gehärtet... Vergüten zielt mehr auf eine Steigerung der Festigkeit und Zähigkeit ab, nicht der Härte!


ich meine mit plastischem Schmieden den Stahl unter Einsatz verschiedener Werzkeuge wie Hammer, Amboss und Gesenke zu bewegen und zu verformen sodass du mit etwas endest, dass mit dem Flachstahl, Rundtahl, Vierkantstahl, was auch immer optisch nichts mehr zu tun hat

Und nochmal:Schmieden ist immer plastisch! Wenn man es plastisches Schmieden nennt wird daraus kein besseres Schmieden. Ähnlich wie aus einer Republik kein besserer Staat wird weil man sie Volksrepublik oder demokratische Republik nennt. Schmieden ist und bleibt das selbe egal was, wie und womit Du schmiedest... Metalle werden warm umgeformt, durch Zug, Druck oder Verdrehung. Eine Querschnittsveränderung ist dabei nicht zwangsläufig notwendig oder gewünscht aber es wird immer zur plastischen Formänderung kommen.
Deshalb wurde das Rad hier, meiner Meinung nach, neu erfunden...

Ich brauche Deinen Respekt nicht! Jemand der meint über mich zu urteilen und mir unterstellt das ich scheinbar keine Ahnung habe und total bösartig bin sollte sich vielleicht mal genauer überlegen was er da so von sich gibt.

Dafür dass ich nicht rumgekommen bin liegen hier so an die 15 Arbeitszeugnisse von Betrieben und Leuten für die ich gearbeitet habe... Und soweit ich das Fachlatein von Arbeitszeugnissen und Letters of Appreciation lesen kann waren die alle recht zufrieden mit mir...  Und geschmiedet habe ich in vielen Bereichen vom Kunst- über Werkzeug- bis hin zum Gesenkschmieden und Walzen... Und als Ausbilder in einer Schule war ich auch unterwegs. Also kann ich ein bißchen Schmieden und kann das Schmieden zumindest soweit ich es kann auch lehren... Aber leider keine Schmiede mehr ausbilden denn die heißen ja zumindest in Deutschland mittlerweile Metallbauer.


Für mich wirkst du eher wie jemand, dem von einem überautoritärem Meister genau dessen Meinung eingeprügelt wurde und daher seitdem mit Scheuklappen durch die Welt rennt und alles andere, was ihm dennoch vor die Augen kommt aus Furcht attackiert.
Verzichte bitte auf irgendwelche negativen Mutmaßungen über Leute die Du weder hier im Forum noch in der Realität nie gesehen oder erlebt hast!!!

Mein Meister während meiner Lehrzeit war ein herzensguter, lustiger und weiser Mann... Mit einer gehörigen Portion Fach- und Sozialkompetenz. Von dem habe ich viel gelernt und nicht nur handwerkliches! Das wichtigste war: Du kannst eigentlich nix! Es gibt zuviel in diesem Beruf als das Du sagen kannst Du kannst vieles oder alles! Und dazu gehört auch der traditionelle Gruß: "Stück davon!" Weil für mehr wird es bei keinem Hobbyisten, Gesellen oder Meister jemals reichen.
Ich finde es wirklich schade, dass solche von Abscheu erfüllten Tiraden immer wieder die Stimmung in den Threads hier kaputt machen müssen und für Zerwürfnisse sorgen. So wie deine nun hier meinen Beitrag auf immer beschmutzen werden, der nun wirklich nicht darauf gerichtet war, irgendjemandem auf die Füße zu treten.

 Soviel zum Thema "Tiraden".

Soviel dazu...

Oli
4. Mai 2014 um 13:05
Olli vielleicht habe ich deine Beiträge auch falsch verstanden oder überreagiert. Ich denke aber auch, dass du meine Beiträge falsch verstehst. Es scheint mir so, als siehst du mich als völlig hochnäsigen Arsch der meint alles besser zu wissen und sich über andere Schmiede stellt. Aber so will ich gerade nicht sein. Mir ist durchaus bewusst, dass ich erst am Anfang eines nie endenden Weges des Lernens, Scheiterns und daraus Wachsens stehe.

 

Ich will nur meine Arbeit und meine Erfahrungen teilen. Dabei fällt es mir etwas schwer das ganze fachlich traditionell auszudrücken, weil ich bisher eben hauptsächlich im nicht deutschsprachigen Raum agiert habe und die Leute, bei denen ich in Deutschland mal lernen durfte haben selbst oft die gleichen Schwierigkeiten gehabt. Ich habe deshalb so schockiert geantwortet, weil es mir so schien, als würdest du eine Art gegenteilige "Ideologie" vertreten und mich deshalb persönlich attackieren. Es geht mir hier aber gerade nicht um irgendwelche theoretischen Meinungen sondern nur um den Stahl und wie man ihn dazu bringt dies zu tun, was man von ihm will. Leider hatte ich es zu oft mit Schmieden zu tun, die genau so waren, wie ich es dir unterstellt habe. Solltest du eigentlich nicht so sein, tut es mir leid dir das unterstellt zu haben.

Jedoch fände ich es angebracht, wenn du anstatt einfach irgendwelche sarkastischen Bemerkungen in den Raum zu werfen lieber genau das beschreiben würdest, was du wirklich sagen willst und auch eine Lösung parat hältst. So wie Nils das ansatzweise versucht hat. Den Begriff plastisch werde ich so nicht mehr verwenden. Ich würde eher sagen "Eine Hammerform die bisweilen meist von Hufschmieden verwendet, leicht abgewandelt bei Kunstschmiedearbeiten erlaubt das Material in alle Himmelsrichtungen kleinschrittig und präzise und anders als mit einer Finne, ohne dabei das links und rechts davon liegende Material auch zu treffen, zu bewegen. Der des Weiteren durch seine vielen Facetten und Radien erlaubt das Vollmaterial auf verschiedenste Weisen, mehr oder weniger drastisch in Form und Querschnitt zu verändern ohne dabei auf mehrere verschiedene Hämmer zurückgreifen zu müssen." Da fand ich den Begriff plastisch einfach greifbarer und zumindest in der Wissenschaft sind Neologismen und Synonyme eine gängige Praxis um aus umständlichen Formulierungen greifbare Begriffe zu machen. Wenn das hier für Verwirrung und Empörung gesorgt hat, bitte ich das zu entschuldigen.

Ich hoffe einfach, dass du verstehst, dass ich mich hier nicht über irgendjemanden heben möchte. Ich lasse mich nicht Master nennen und nenne mich auch so. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich so anmaßend wäre... O_O. Ich versuche jeden, egal ob er sich Meister nennen darf, oder gerade erst mit dem Metallklöppeln angefangen hat mit einem gebührenden Respekt zu behandeln und versuche lediglich meine Erfahrung und Beobachtungen mitzuteilen und hoffe, dass es auf fruchtbaren Boden fällt.

Ich würde vorschlagen wir beide hören jetzt mal mit diesem virtuellen Wortgefecht aus sarkastischen Einwürfen und persönlichen Unterstellungen auf, lassen den Stahl Stahl sein und verschieben irgendwelche schmiedephilosphischen Diskussionen lieber an den Biertisch beim nächsten Schmiedetreffen wo man auch tatsächlich richtig miteinander reden kann.

Liebe Grüße und nen schönen Sonntag
- Daniel

Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2014 um 16:22, Daniel Lea
4. Mai 2014 um 13:12
P.S. ich habe mir eure fachliche Kritik auch zu Herzen genommen und das Vokabular meines Beitrags entsprechend abgeändert!
4. Mai 2014 um 13:25
Dann sieh Dir mal die Seite vom englischen Schmiedetreffen an... Unter den Demonstratoren steht der Master Daniel L.
4. Mai 2014 um 13:39
"Brian Brazeal from the USA – Various Masterclasses with:
Alec Steele UK / Daniel Lea Germany / Dan Riffe USA"

Das meinst du? Ja das habe ich so nicht in Auftrag gegeben. Ich habe disbezüglich eigentlich gar nichts beeinflusst oder veranlasst. Brian sieht auf 30 Jahre an denen er fast jeden Tag teilweise bis zu 18 Stunden in Europa wie Amerika geschmiedet hat zurück. Ich glaube wenn er Master genannt wird, hat das durchaus seine Berechtigung. Wenn wir bei seinen Kursen zuschlagen oder diese Teilweise durch eigene Vorführungen und Vorträge unterstützen dann darf sich das meines Verständnisses nach immernoch Masterclass nennen. Auch wenn ich das perönlich etwas hochtrabend formuliert finde, da muss ich dir irgendwie Recht geben.