Vorab: m.e. ist die Unfallversicherung über der BG mit das beste was du bekommen kannst. Auch als kleiner Selbstständiger sollte mann den Beitrag dafür zahlen, es lohnt sich wenn mal wirklich was passiert.
Zu den Sicherungen an Maschinen wie Pressen, scheren, stanzen usw: mein Arbeitssicherheitsbauftragter sagt: normalerweise gelten die Vorschriften sowie diese bei der Zulassung der Maschine in kraft waren. Konkret: bei unsere Trumpf Stanzmaschine ist rundumschutz durch eine Lichtschranke, die dann aber auch nicht abgebaut werden darf.
Die amada 4meter Abkantpresse verfügt "nur" über zwei Bedienpulte, pflicht ist diese auch beide zu benutzen wenn mit zwei Personen gearbeitet wird. Der Presse geht dann nur runter wenn beide den Fußschalter drucken.
Eine Lichtschranke oder Laservorhang wie bei neue Maschinen ist nicht vorhanden, kann mich auch keiner zwingen diese nach zu rüsten(mit ein grosser aber, dazu später).
M.e. brauchst du also alte Maschinen nicht unbedingt auf die neueste Sicherheitsstandards zu bringen. Wenn es aber mit relativ geringen Aufwand möglich ist, ist es eine Überlegung wert.
Weil hier kommt das obengenannter "ABER": wenn was passiert, und du bist als Unternehmer vorher von der BG auf die Gefahrenquelle hingewiesen und hast nichts gemacht, kannst du dich warm anziehen.....
Hatten wir hier in der nähe vor einige Jahre: eine Firma mit 8 Abkantpressen war bei BG Kontrollen mehrmals darauf hingewiesen bei zweimann Betrieb auch beide Bedienpulten zu nutzen. War den zu lästig. Bis dann der zweite Mann beim Blech anhalten abgerutscht ist, mit den Arm unter die Werkzeuge kam und der andere Bediener fröhlich im Takt weiter die Presse aktivierte......das kostete dann ein Arm....
Resultat; alle Presse wurden sofort stillgelegt und versiegelt, dürften erst wieder nach Einbau einer Laserschranke weiter betrieben worden. Sicherheitsbeauftragte und Geschäftsführer hatten nichts mehr zu lachen.
Der Mitarbeiter ist jetzt schwerstbehindert, die Firma zahlt und zahlt und zahlt, wohl bis sein Lebensende.
Also: wenn du auf Probleme schriftlich hingewiesen wurde, solltest du dich wirklich darum kümmern. Wenn jetzt was passiert an diese Maschinen, bist du reif...
Ich wurde: mein Sicherheitsbeauftragter(wenn Ihr noch keiner habt, besorgt euch einer vom TÜV, Dekra usw) herbei pfeifen, der BG anrufen und gemeinsam in der Firma eine ausreichende, so günstig mögliche Lösung erarbeiten. Das schön schriftlich festhalten und Ihr seit abgesichert.
Alleine ohne Hilfe mit der BG wurde ich das nicht machen, nicht alle BG Mitarbeiter sind praktiker. Ausserdem muss mann sich schon gut mit den Vorschriften auskennen, sonst wird's schnell übertrieben.
Dann das Wort Zum Sonntag von unser Sicherheitsmensch:
"auch Mitarbeiter empfinden Schmerzen!!!"
viel Erfolg,
Adriaan